[ Return to previous section ]


 
 
80 Nibelungenlied
 
 

5. Aventiure
     Wie Sîfrit Kriemhilde aller erste ersach

 
279 Uoten die vil rîchen die sach man mit ir komen. 279 
diu hete schśne frouwen geselleclîch genomen 
wol hundert oder mêre: die truogen rîchiu kleit. 
ouch gie dâ nâch ir tohter vil manec wætlîchiu meit. 

280 Von einer kemenâten sach man si alle gân. 280 
dô wart vil michel dringen von helden dar getân, 
die des gedingen hêten, ob kunde daz geschehen, 
daz si die maget edele solden vrślîche sehen. 

281 Nu gie diu minneclîche alsô der morgenrôt 281 
tuot ûz den trüeben wolken. dâ schiet von maneger nôt 
der si dâ truoc in herzen und lange het getân. 
er sach die minneclîchen nu vil hêrlîchen stân. 

282 Jâ lûhte ir von ir wæte vil manec edel stein. 282 
ir rôsenrôtiu varwe vil minneclîchen schein. 
ob iemen wünschen solde, der kunde niht gejehen 
daz er ze dirre werlde hete iht schśners gesehen. 

283 Sam der liehte mâne vor den sternen stât, 283 
des schîn sô lûterlîche ab den wolken gât. 
dem stuont si nu gelîche vor maneger frouwen guot. 
des wart dâ wol gehśhet den zieren héldén der muot.

 
 

Nibelungenlied 81

5. Aventiure
     Wie Siegried Kriemhild zum ersten Mal erblickte

Siegfried is known to be ‘in love’ with Kriemhilde, Gunther's sister, even though he has yet to see her. Finally they meet, but not until a feast is arranged at the court at Pentecost. But even after the meeting he progresses so slowly in his quest for Kriemhilde that he is on the verge of returning home. Giselher, Kriemhilde’s younger brother, persuades him to stay.

(279) Zusammen mit Kriemhild sah man auch die vornehme Ute kommen, die sich wohl hundert oder mehr schöne Damen zu ihrer Begleitung ausgesucht hatte, alle in erlesenen Kleidern. Aber auch ihrer Tochter folgten viele schöne Jungfrauen.

(280) Von den Kemenaten10 her sah man den Zug herannahen. Da drängten die Helden sogleich heftig nach vorn; denn sie hofften, wenn irgend möglich, sich am Anblick der edlen Jungfrau zu erfreuen.

(281) Wie das Morgenrot aus den trüben Wolken hervortritt, so schritt das liebliche Mädchen nun einher, und alsbald lösten sich in Siegfried, der ihr Bild heimlich im Herzen trug und nun schon lange getragen hatte, alle Liebesqualen. In allem Glanz sah er das liebliche Mädchen vor sich stehen.

(282) An ihrem Kleid erstrahlten viele Edelsteine, die rosige Farbe ihrer Haut schimmerte lieblich. Selbst ein Mann, der sich irgend etwas hätte wünschen dürfen, hätte nicht sagen können, daß er auf dieser Welt irgend etwas Schöneres erblickt hätte.

(283) So wie der helle Mond, der so rein aus den Wolken herausleuchtet, die Sterne überstrahlt, so stand sie nun vor den vielen anderen trefflichen Frauen. Den stattlichen Helden schlug bei ihrem Anblick das Herz höher.

82 Nibelungenlied
 

 
284 Die rîchen kamerære sach man vor ir gân. 284 
die hôchgemuoten degene diene wolden des niht lân, 
sine drúngen dâ si sâhen die minneclîchen meit. 
Sîvríde dem hérren wart beide liep unde leit. 

285 Er dâhte in sînem muote: "wie kunde daz ergân 285 
daz ich dich minnen solde? daz ist ein tumber wân. 
sol aber ich dich vremeden, sô wære ich sanfter tôt." 
er wart von den gedanken vil dicke bleich unde rôt. 

286 Dô stuont sô minneclîche daz Sigmundes kint, 286 
sam er entworfen wære an ein pérmínt 
von guotes meisters listen, áls mán im jach, 
daz man helt deheinen nie sô schśnén gesach. 

287 Die mit den frouwen giengen, die hiezen von den wegen 287 
wîchen allenthalben. daz leiste manec degen. 
diu hôhe tragenden herzen freuten manegen lîp. 
man sach in hôhen zühten manec hêrlîchez wîp. 

288 Dô sprach von Burgonden der herre Gêrnôt: 288 
"der iu sînen dienest sô güetlîchen bôt, 
Gúnther, vil lieber bruoder, dem sult ir tuon alsam 
vor allen disen recken; des râtes ich nímmer mich gescham. 

289 Ir heizet Sîvrîden zuo mîner swester kumen, 289 
daz in diu maget grüeze, des haben wir immer frumen. 
diu nie gegruozte recken, diu sol in grüezen pflegen, 
dâ mit wir haben gewunnen dén zíerlîchen degen." 

290 Dô giengen des wirtes mâge dâ man den helt vant. 290 
si sprâchen zuo dem recken ûzer Niderlant: 
"iu hât der künec erloubet, ir sult ze hove gân, 
sîn swester sol iuch grüezen; daz ist zen êren iu getân." 

291 Der herre in sînem muote was des vil gemeit. 291 
dô truoc er ime herzen líep âne leit, 
daz er sehen solde der schśnen Uoten kint. 
mit minneclîchen tugenden si gruozte Sîvriden sint. 

292 Dô si den hôchgemuoten vor ir stênde sach, 292 
do erzunde sich sîn varwe. diu schśne maget sprach: 
"sît willekomen, her Sîvrit, ein edel ritter guot!"

 
 
Nibelungenlied 83

(284) Prächtige Kämmerer11 schritten ihr voran, doch die freudig erregten Helden ließen nicht davon ab, dorthin zu drängen, wo sie die liebliche Jungfrau erblickten. Dem Herrn Siegfried wurde abwechselnd warm und kalt ums Herz.

(285) Er dachte bei sich: "Wie könnte ich nur Deine Liebe gewinnen? Ich glaube, das ist eine törichte Erwartung! Wenn ich Dich jedoch meiden sollte, dann wäre es besser, ich wäre tot!" Bei diesen Überlegungen wechselte immer wieder seine Gesichtsfarbe.

(286) Da stand Siegmunds Sohn so lieblich da, als wenn ein kunstreicher Meister ihn auf Pergament gemalt hätte, wie man denn auch allenthalben sagte, daß man nie zuvor einen schöneren Helden gesehen habe.

(287) Die Männer, die den Damen das Geleit gaben, hießen die Leute überall an den Wegen zurücktreten, und viele Helden kamen der Aufforderung nach; denn die vielen hochherzigen Frauen waren für sie eine Augenweide. Man sah viele strahlende Frauen in edlem Anstand einherschreiten.

(288) Da sagte der Herr Gernot von Burgund: "Gunther, lieber Bruder, dem Mann, der sich so bereitwillig für Euch eingesetzt hat, dem solltet Ihr Euch in Gegenwart aller hier versammelten Männer für seine Dienste erkenntlich erweisen. Ich glaube, ich brauche mich niemals zu schämen, einen solchen Vorschlag gemacht zu haben.

(289) Laßt Siegfried vor meine Schwester treten, damit die Jungfrau ihn begrüßen kann. Für immer werden wir davon den Nutzen haben. Sie hat bisher noch niemals einen Recken angesprochen, aber jetzt soll sie es tun. Durch eine solche Geste werden wir den schönen Helden an uns binden."

(290) Da gingen die Verwandten des Landesherrn hinüber zu Siegfried. Sie sagten zu dem Recken aus Niederland: "Der König hat es Euch gestattet, Ihr dürft vor ihm und den Damen des Hofes erscheinen, seine Schwester soll Euch ihren Gruß entbieten und Euch damit eine Ehre erweisen."

(291) Darüber war Herr Siegfried sehr froh, und es lachte ihm das Herz in ungetrübter Freude bei dem Gedanken, daß er die schöne Tochter Utes sehn dürfe. Bald darauf grüßte sie ihn mit gewinnender Freundlichkeit.

(292) Als sie den hochherzigen Mann vor sich stehen sah, da übergoß blühende Röte sein Antlitz. Die schöne Jungfrau sagte: "Seid willkommen, Herr Siegfried, edler, trefflicher Ritter!"

84 Nibelungenlied

 

 
dô wart im von dem gruoze vil wol gehśhét der muot. 
293 Er neic ir flîzeclîche; bi der hénde si in vie. 293 
wie rehte minneclîche er bî der frouwen gie! 
mit lieben ougen blicken ein ander sâhen an 
der herre und ouch diu frouwe: daz wart vil tougenlîch getân. 

[...] 

298 Der künec von Tenemarke der sprach sâ zestunt: 298 
"dises vil hôhen gruozes lît maneger ungesunt 
(des ich vil wol empfinde) von Sîvrides hant. 
got enlâze in nimmer mêre komen in mîniu küneges lant." 

299 Man hiez dô allenthalben wîchen von den wegen 299 
der schśnen Kriemhilde. manegen küenen degen 
sach man gezogenlîche ze kirchen mit ir gân. 
sît wart von ir gescheiden der vil wætliche man. 

300 Dô gie si zuo dem münster, ir volgete manec wîp. 300 
dô was ouch sô gezieret der küneginne lîp 
daz dâ hôher wünsche vil maneger wart verlorn. 
si was dâ ze ougenweide vil manegem réckén erkorn. 

301 Vil kûme erbeite Sîvrit daz man dâ gesanc. 301 
er mohte sînen sælden des immer sagen danc, 
daz im diu was sô wæge, die er in herzen truoc. 
ouch was er der schśnen holt von schúldén genuoc. 

302 Dô si kom ûz dem münster sam er het é getân, 302 
man bat den degen küenen wider zuo zir gân. 
alrêst begunde im danken diu minneclîche meit, 
daz er vor ir mâgen sô rehte hêrlîchen streit. 

303 "Nu lône iu got, her Sîvrit", sprach daz vil schśne kint, 303 
"daz ir daz habt verdienet, daz iu die recken sint 
sô holt mit rehten triuwen als ich si hśre jehen." 
do begúnde er minneclîche an froun Kriemhilden sehen. 

304 "Ich sul in immer dienen", alsô sprach der degen, 304 
"und enwil mîn houbet nimmer ê gelegen, 
ich enwérbe nâch ir willen, sol ich mîn leben hân. 
daz ist nâch iuwern hulden, mîn frou Kriemhilt, getân."

 
Nibelungenlied 85

 

Da ließ der Gruß sein Herz noch höher schlagen.
(293) Mit Hingabe verneigte er sich vor ihr, sie aber ergriff seine Hand und, ach, wie lieblich er doch an der Seite Kriemhilds einherging! Mit freundlichen Blicken sahen der Ritter und die Dame einander an, doch immer nur heimlich und verstohlen

[...]

(298) Der König von Dänemark sagte daraufhin: "Um dieser hohen Auszeichnung willen mußten viele Helden von Siegfrieds Hand sterben, und auch ich habe das zu spüren bekommen. Gott möge verhüten, daß er jemals wieder in mein Königreich kommt."

(299) Man gab Befehl, daß man überall auf den Wegen der schönen Kriemhild Platz machen sollte, und dann sah man, daß viele tapfere Helden sie ehrerbietig zur Kirche geleiteten. Dort mußte sich der schöne Mann allerdings von ihr trennen.

(300) Als sie nun zum Münster12 schritt, folgten ihr viele Frauen. Die Königin bot einen so schönen Anblick, daß sie manchen hochfliegenden, aber unerfüllbaren Wunsch erregte. Viele Recken erfreuten sich an ihrem Anblick.

(301) Kaum konnte Siegfried erwarten, daß man den Meßgesang beendete. Seinem günstigen Geschick war er auf immer dankbar, daß ihm die Jungfrau, deren Bild er in seinem Herzen trug, so gewogen war. Aber auch er hatte allen Grund, der schönen Kriemhild seine Zuneigung zu schenken.

(302) Als sie nun aus dem Münster heraustrat, wie Siegfried schon vor ihr getan hatte, da forderte man den tapferen Helden auf, wieder an ihre Seite zu treten, und erst jetzt kam die liebliche Jungfrau dazu, ihm auch in Worten dafür zu danken, daß er an der Spitze ihrer Verwandten so glänzend gekämpft habe.

(303) "Herr Siegfried", sagte das schöne Mädchen, "möge Gott Euch dafür belohnen, daß Ihr Euch durch Eure großen Verdienste unseren Recken so geneigt gemacht und so verbunden habt, wie ich es von ihnen höre." Da blickte er die schöne Kriemhild liebevoll an.

(304) "Immer werde ich zu ihren Diensten stehen", so sagte der Held, "und will mich, solange ich lebe, niemals zur Ruhe legen, bevor ich nicht alle ihre Wünsche erfüllt habe; doch dies alles, Frau Kriemhild, tue ich nur, um Eure Huld zu erlangen."

 

86 Nibelungenlied

 

6. Aventiure
     Wie Gunther gên Islande nâch Prünhilde fuor

 
326 Ez was ein küneginne gesezzen über sê, 326 
ir gelîche enheine man wesse ninder mê. 
diu was unmâzen schśne, vil michel was ir kraft. 
si schôz mit snellen degenen umbe minné den schaft. 

327 Den stein warf si verre, dar nâch si wîten spranc. 327 
swer ir minne gerte, der muose âne wanc 
driu spil an gewinnen der frouwen wol geborn. 
gebrast im an dem einen, er hete daz houbet sîn verlorn. 

[...] 

329 Dô sprach der vogt von Rîne: "ich wil níder an den sê 329 
hin ze Prünhilde, swie ez mir ergê. 
ich wil durch ir minne wâgen mînen lîp; 
den wil ich verliesen, sine wérdé mîn wîp." 

330 "Daz wil ich widerrâten", sprach dô Sîvrit. 330 
"jâ hât diu küneginne sô vreislîche sit, 
swer umbe ir minne wirbet, daz ez im hôhe stât. 
des muget ir der reise haben wærlîchen rât." 

331 "So wil ich iu daz râten", sprach dô Hagene, 331 
"ir bittet Sîvrîde mit iu ze tragene 
die vil starken swære: daz ist nu mîn rât, 
sît im daz ist sô kündec wie ez um Prünhilde stât." 

332 Er sprach: "wil du mir helfen, edel Sîvrit, 332 
wérben die mínneclîchen? tuostu des ich dich bit, 
unt wirt mir ze eime trûte daz minneclîche wîp, 
ich wil durch dînen willen wâgen êre unde lîp." 

333 Des antwurte Sîvrit, Sigmundes sun: 333 
"gîstu mir dîne swester, sô wil ich ez tuon, 
die schśnen Kriemhilde, ein küneginne hêr. 
sô gér ich dehéines lônes nâch mînen arbeiten mêr." 

 
 

Nibelungenlied 87

 

6. Aventiure
     Wie Gunther nach Island fuhr und um Brünhild warb

 

Gunther hears of the beauty of a ‘queen across the sea.’ He reveals a romantic interest in her, but Siegfried tells him that she treats her suitors cruelly and advises him not to go there. Hagen suggests that Siegfried help Gunther win the queen, since he already knows so much about her.

(326) Jenseits des Meeres hatte eine Königin ihre Burg, der—jedenfalls soweit man wußte—überhaupt keine andere gleichkam: sie war unermeßlich schön, aber außerdem besaß sie noch ungeheure Stärke. Wenn ein tapferer Held ihre Liebe gewinnen wollte, dann maß sie sich mit ihm im Speerwurf.

(327) Sie konnte den Stein weit schleudern und sprang ihm dann in ungeheurem Sprunge nach. Wer immer um ihre Liebe warb, der mußte in drei Wettkämpfen über die edle Frau siegen. Versagte er auch nur in einem , dann hatte er sein Leben verwirkt

[...]

(329) Da sagte der König vom Rhein: "Was auch immer mir geschehen mag, ich will den Fluß hinab bis ans Meer zu Brünhild segeln und aus Liebe zu ihr mein Leben aufs Spiel setzen. Wenn sie nicht meine Frau wird, will ich es verlieren."

(330) "Davon möchte ich abraten", sagte Siegfried. "Die Königin stellt so schreckliche Bedingungen, daß es den, der um ihre Liebe wirbt, teuer zu stehen kommt. Deshalb solltet Ihr Euch die Reise ein für alle mal aus dem Kopf schlagen."13

(331) "In diesem Falle", sagte Hagen, "rate ich Euch, Siegfried zu bitten, mit Euch zusammen die beschwerlichen Gefahren zu bestehen. Ja, das rate ich Euch in allem Ernst, da er so genau über Brünhild Bescheid weiß."

(332) Gunther sagte: "Willst Du mir helfen, edler Siegfried, die liebliche Jungfrau zu gewinnen? Wenn Du meine Bitte erfüllst und die liebliche Frau meine Liebste wird, dann werde ich auch für Dich Ansehen und Leben einsetzen, wenn Du es verlangst."

(333) Da antwortete Siegfried, der Sohn Siegmunds: "Gibst Du mir Deine Schwester, die schöne Kriemhild, die edle Königin, zur Frau, dann willige ich ein und will außerdem keinen Lohn für meine schwierige Aufgabe."
 
 
88 Nibelungenlied

 

 
334 "Daz lobe ich", sprach Gunther, "Sîvrit, an dîne hant: 334 
und kumt diu schśne Prünhilt her in ditze lant, 
sô wil ich dir ze wîbe mîne swester geben; 
sô mahtu mit der schśnen immer vrślîche leben. 

335 Des swuoren si dô eide, die réckén vil hêr. 335 
des wart ir arebeiten verre deste mêr, 
ê daz si die frouwen brâhten an den Rîn. 
des muosen die vil küenen sît in grôzen sorgen sîn. 

336 Sîvrit der muose füeren die kappen mit im dan, 336 
die er helt küene mit sórgén gewan 
ab éimé getwerge, das hiez Albrîch. 
sich beréiten zuo der verte die recken küene unde rîch. 

337 Alsô der starke Sîvrit die tarnkappen truoc, 337 
sô het er dar inne kréfté genuoc, 
zwélf mánne sterke zuo sîn selbes lîp. 
er warp mit grôzen listen daz vil hêrlîche wîp. 

338 Ouch was diu selbe tarnhût álsô getân 338 
daz dar inne worhte ein ieslîcher man 
swaz er selbe wolde, daz in doch niemen sach. 
sus gewán er Prünhilde, dâ von im léidé geschach. 

[...] 

 
 
 

7. Aventiure
     Wie Gunther Prünhilde gewan

 
410 "Ir sult mich lâzen hśren", sprach diu künegîn, 410 
"wer die unkunden recken mugen sîn, 
die in mîner bürge sô hêrlîche stân, 
únt durch wés líebe die helde her gevárn hân." 

411 Dô sprach ein ir gesinde: "frouwe, ich mac wol jehen 411 
daz ich ir deheinen nie mêr habe gesehen, 
wan gelîche Sîfrîde éiner darúnder stât. 
den sult ir wol empfâhen, daz ist mit tríuwén mîn rât.

 
Nibelungenlied 89

 

(334) "Siegfried", sagte Gunther, "das verspreche ich Dir in Deine Hand: wenn die schöne Brünhild hierher in dieses Land kommt, so werde ich Dir meine Schwester zur Frau geben. Dann kannst Du mit der Schönen für alle Zeit in großer Freude leben."

(335) Die edlen Recken beschworen das durch Eide; doch schon in der Zeit, bevor sie Brünhild an den Rhein bringen konnten, wurden ihre Schwierigkeiten dadurch nur größer. Später sahen sich die Tapferen sogar den allergrößten Fährnissen ausgesetzt.

(336) Siegfried mußte den Tarnmantel mitnehmen, den der tapfere Held unter großen Gefahren einem Zwerg mit Namen Alberich abgenommen hatte. Die tapferen, mächtigen Recken bereiteten sich auf die Reise vor.

(337) Sobald der starke Siegfried den Tarnmantel anzog, besaß er gewaltige Kraft: die Stärke von zwölf Männern kam zu seiner eigenen noch hinzu. Durch zauberische List wußte er später die schöne Frau zu erlangen.

(338) Der Tarnmantel war überdies so beschaffen, daß jeder in ihm ausführen konnte, was er wollte, ohne gesehen zu werden. Auf diese Weise gewann er Brünhild, aber es sollte ihm teuer zu stehen kommen.

[...]

7. Aventiure
     Wie Gunther Brünhild zur Gemahlin gewann

 

Elaborate preparations are made for the journey, especially in the provision of rich clothing,14 and the heroes enjoy a fabulous sea voyage. The geographical information about this voyage to "Islant" and castle Isenstein—neither of which ought to be mistaken for modern-day Iceland—is very vague, in marked contrast to the later precise description of the journey to Etzel’s court. Their arrival is duly noted by the ladies, who greet them in proper form. Brünhild is told that one of the newcomers looks like Siegfried, and that another is obviously a great king.

(410) "Erzählt mir doch", so sagte die Königin, "wer wohl die fremden Recken sein könnten, die jetzt so stattlich im Burghof stehen, und erzählt mir weiter, wem zuliebe sie hergekommen sind."

(411) Da sagte einer aus ihrem Gefolge: "Herrin, ich muß allerdings vorausschicken, daß ich keinen von ihnen bisher gesehen habe; aber einer ist darunter, der sieht so aus wie Siegfried. Als Euer treuer Gefolgsmann rate ich Euch, ihn ehrenvoll zu empfangen.

90 Nibelungenlied

 
412 Der ander der gesellen der ist sô lobelîch. 412 
ob er gewalt des hête, wol wære er künec rîch 
ob wîten fürsten landen, und mohte er diu gehân. 
man siht in bî den andern sô rehte hêrlîche stân. 

413 Der dritte der gesellen der ist sô gremelîch, 413 
(unt doch mit schśnem lîbe, küneginne rîch) 
von swinden sînen blicken, der er sô vil getuot. 
er ist in sînen sinnen, ich wæne, grímmé gemuot. 

414 Der jungeste darunder der ist sô lobelîch. 414 
mágtlîcher zühte sihe ích den degen rîch 
mit gúotém gelæze sô minneclîche stân 
wir möhtenz alle fürhten, hete im hie iemen iht getân. 

415 Swie blîde er pflege der zühte, und swie schśne sî sîn lîp, 415 
er möhte wol erweinen vil wætlîchiu wîp, 
swenne er begunde zürnen. sîn lîp ist sô gestalt, 
er ist in allen tugenden ein degen küene unde balt." 

416 Dô sprach diu küneginne: "nu brinc mir mîn gewant! 416 
unt ist der starke Sîfrit komen in diz lant 
durch willen mîner minne, ez gât im an den lîp. 
ich fürhte in niht sô sêre daz ich wérdé sîn wîp." 

417 Prünhilt diu schśne wart schiere wol gekleit. 417 
dô gie mit ir dannen vil manec schśniu meit, 
wol hundert oder mêre, gezieret was ir lîp. 
ez wolden sehen die geste diu vil wætlîchen wîp. 

418 Dâ mit giengen degene dâ ûz Islant, 418 
die Prünhilde recken. die truogen swert enhant, 
fünf hundert oder mêre, daz was den gesten leit. 
dô stuonden von dem sedele die helde küene unt gemeit. 

419 Dô diu küneginne Sîfriden sach, 419 
nu muget ir gerne hśren wie diu maget sprach: 
"sît willekomen, Sîfrit, her in ditze lant. 
waz meinet iuwer reise? gerne het ich daz bekant." 

420 "Vil michel iuwer genâde, mîn frou Prünhilt, 420 
daz ir mich ruochet grüezen, fürsten tohter milt, 
vor disem edelen recken, der hie vor mir stât,

 
Nibelungenlied 91

(412) Der zweite der Gefährten ist auch rühmlich und dürfte, wenn er die Herrschaft über weite fürstliche Länder besäße, ein mächtiger Herrscher sein. So hoheitsvoll sieht man ihn unter den anderen stehen.

(413) Der dritte der Gefährten, mächtige Königin, ist zwar gleichfalls ein schöner Mann, doch die grimmigen Blicke, die er überall umherwirft, jagen einem Schrecken ein. Ich glaube, er ist von finsterer Gemütsart.

(414) Der jüngste von ihnen, der ist auch zu rühmen: jugendfrisch sehe ich den kräftigen Helden dort stehen, wohlerzogen und von liebenswürdiger Haltung. Wenn ihn jedoch irgend jemand von uns herausfordern würde, dann hätten wir allen Grund, uns zu fürchten.

(415) Wie sanftmütig er auch im Umgang und wie schön er auch von Gestalt sein mag, wenn er zu zürnen anfinge, dann könnte er schöne Frauen wohl zum Weinen bringen. Seiner ganzen Erscheinung nach ist er ein mutiger, tapferer Held und in allen ritterlichen Tugenden bewährt."

(416) Da sagte die Königin: "Nun bringt mir mein Gewand herbei! Wenn der starke Siegfried in mein Land gekommen ist und um meine Liebe wirbt, dann geht es ihm schlecht. Denn ich fürchte ihn nicht so sehr, als daß ich ohne weiteres seine Frau würde."15

(417) Man hüllte die schöne Brünhild sogleich in prachtvolle Kleider. Dann schritten viele schöne Mädchen, wohl hundert oder mehr, alle auf das prächtigste geschmückt, mit ihr von dannen. Die edlen Frauen waren begierig, die Fremden zu sehen.

(418) Fünfhundert oder mehr Recken Brünhilds, Helden aus Island, begleiteten den Zug. Sie trugen ihre Schwerter in den Händen. Das war für die Gäste eine offene Kränkung. Da erhoben sich die tapferen, stolzen Helden von ihren Sitzen.

(419) Nun hört, was die Königin sagte, als sie Siegfried erblickte: "Herr Siegfried, seid mir hier in meinem Land willkommen! Es wäre mir lieb zu wissen, was Ihr mit dieser Reise vorhabt!"

(420) "Frau Brünhild, edle Fürstentochter, Ihr seid viel zu gütig, mich vor diesem edlen Recken, der hier vor mir steht, zu begrüßen.

92 Nibelungenlied

 

 
wande er ist mîn herre: der êren het ich gerne rât. 
421 Er ist geborn von Rîne, waz sól ich dir ságen mêr? 421 
durch die dîne liebe sîn wir gevarn her. 
der wil dich gerne minnen, swaz im dâ von geschiht. 
nu bedénke dichs bezîte: mîn herre erlâzet dichs niht. 

422 Er ist geheizen Gunther unt ist ein künec hêr. 422 
erwurbe er dîne minne, sone gérte er nihtes mêr. 
ja gebôt mir her ze varne der recke wol getân: 
möhte ich es im geweigert han, ich het ez gérné verlân." 

423 Si sprach: "ist er dîn herre unt bistú sîn man, 423 
diu spil, diu ich im teile, unt getár er diu bestân, 
behabt er des die meisterschaft, sô wirde ich sîn wîp, 
unt ist daz ich gewinne, ez gêt iu allen an den lîp." 

424 Dô sprach von Tronege Hagene: "frouwe, lât uns sehen 424 
iuwer spil diu starken. ê daz iu müeste jehen 
Gúnthér mîn herre, dâ müesez herte sîn. 
er trûwet wol erwerben ein alsô schśne magedîn." 

425 "Den stein sol er werfen unt spríngén dar nâch, 425 
den gêr mit mir schiezen. lât iu niht sîn ze gâch. 
ir muget wol hie verliesen die êre und ouch den lîp. 
des bedénket iuch vil ebene", sprach daz minneclîche wîp. 

[...] 

453 "Waz hât mich gerüeret?" dâhte der küene man. 453 
dô sach er allenthalben; er vant dâ niemen stân. 
er sprach: "ich binz Sîfrit, der liebe friunt dîn. 
vor der küneginne soltu gar âne angest sîn.

 
Nibelungenlied 93

 

Denn er ist mein Herr, und daher ist es mein Wunsch, nicht auf diese Weise geehrt zu werden.

(421) Was soll ich Dir viel sagen? Er stammt aus einem rheinischen Königsgeschlecht, und wir sind hierhergekommen, Deine Hand zu erringen. Denn er verlangt Dich zur Frau, welche Folgen dieser Wunsch auch immer für ihn haben mag. Nun überlege es Dir, solange noch Zeit ist; denn mein Herr läßt nicht davon ab.

(422) Sein Name ist Gunther, und er ist ein edler König. Wenn er Dich zur Frau gewönne, dann wären alle seine Wünsche erfüllt. Mir hat der edle Recke den Befehl erteilt, hierherzufahren. Wenn es in meiner Macht gestanden hätte, dann wäre ich mit Vergnügen von diesem Auftrag zurückgetreten.

(423) Brünhild sagte: "Wenn er Dein Lehnsherr ist und Du nur sein Lehnsmann, dann werde ich, falls er die vorgeschriebenen Kampfspiele zu bestehen wagt und darin Sieger bleibt, seine Frau.16 Wenn aber ich gewinne, dann geht es Euch allen an das Leben."

(424) Da sagte Hagen von Tronje: "Herrin, laßt uns doch die Bedingungen für Eure heiklen Kampfspiele kennenlernen. Bevor Gunther, mein Herr, jemandem anderen den Sieg zu-erkennt, müßte es schlimm zugehen. Er traut es sich schon zu, eine so schöne Jungfrau für sich zu gewinnen."

(425) Da sagte die liebliche Frau: "Er muß den Stein werfen, ihn dann im Sprung erreichen und außerdem den Speer mit mir um die Wette werfen. Übereilt Euch also nicht; denn Ihr könntet hier Euer ganzes Ansehen und Euer Leben verlieren. Bedenkt es daher sehr gründlich!"

 

Gunther explains the reason for his coming, and Brünhild is eager to begin the contest. She arms herself, and so do her attendants. Gunther's followers, who have had to relinguish their weapons upon entering the queen’s territory, are fearful of the outcome; Gunther is even more afraid. Siegfried fetches his cloak of invisibility and stands beside Gunther to help him win.

(453) "Was hat mich berührt?" so fragte sich der tapfere Held und sah sich nach allen Seiten um, ohne jemanden zu erblicken. Doch Siegfried sagte: "Ich bin es, Siegfried, Dein lieber Freund. Du brauchst vor der Königin keine Angst zu haben.

94 Nibelungenlied

 

 
454 Den schilt gip mir von hende unt lâ mich den tragen, 454 
unde merke rehte waz du mich hśrest sagen! 
nu hab du die gebære, diu werc wil ich begân." 
do er in rehte erkande, ez was im líebé getân. 

455 "Nu hil du mîne liste, dine sóltu niemen sagen, 455 
sô mac diu küneginne lützel iht bejagen 
an dir deheines ruomes, des si doch willen hât. 
nu sihtu wie diu frouwe vor dir unsórclîchen stât." 

456 Dô schôz vil krefteclîche diu hêrliche meit 456 
ûf einen schilt niuwen, michel unde breit, 
den truoc an sîner hende daz Sigelinde kint. 
daz fiuwer spranc von stahele alsam ez wæté der wint. 

457 Des starken gêre snîde al durch den schilt brach, 457 
daz man daz fiuwer lougen ûz den ringen sach. 
des schuzzes beide strûchten die kréftégen man. 
wan diu tarnkappe, si wæren tôt dâ bestán. 

458 Sîfrîde dem vil küenen von munde brast daz bluot. 458 
vil balde spranc er widere. dô nam der helt guot 
den gêr, den si geschozzen im hete durch den rant; 
den frumte ir dô hin widere des starken Sîfrides hant. 

459 Er dâhte: "ich wil niht schiezen daz schśne magedîn." 459 
er kêrte des gêres snîde hinder den rucke sîn. 
mit der gêrstangen er schôz ûf ir gewant 
daz ez erklanc vil lûte von sîner ellenthaften hant. 

460 Daz fiuwer stoup ûz ringen alsam ez tribe der wint. 460 
den schuz schôz mit ellen daz Sigemundes kint. 
sine mohte mit ir kreften des schuzzes niht gestân. 
ez enhéte der künec Gunther entriuwen nimmér getân. 

461 Prünhilt diu schśne wie balde si ûf spránc! 461 
"Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc!" 
si wânde daz erz hête mit sîner kraft getân: 
ir was dar nâch geslichen ein verre kréftéger man. 

462 Dô gie si hin vil balde; zornec was ir muot. 462 
den stein huop vil hôhe diu edel maget guot. 
si swanc in krefteclîche vil verre von der hant.

 
Nibelungenlied 95

 

(454) Gib den Schild aus Deinen Händen und laß mich ihn tragen. Und achte genau auf das, was ich Dir jetzt sage: Mach Du die Bewegungen, ich werde die Taten verrichten." Als Gunther Siegfried an der Stimme erkannte, da freute er sich sehr.

(455) "Nun halte meine Zauberkünste geheim, niemandem darfst Du davon erzählen. Dann kann die Königin nicht den Ruhm erlangen, den sie sich von einem Sieg über Dich erhofft. Sieh nur, wie sie ohne jede Angst vor Dir steht!"

(456) Da schleuderte die schöne Jungfrau ihren Speer mit aller Kraft gegen den neuen, großen und breiten Schild, den der Sohn Sieglindes in seinen Händen trug. Funken sprühte der Stahl, als ob der Wind sie emporwirbelte.

(457) Die Schneide des mächtigen Speeres drang durch den Schild hindurch, so daß selbst aus den Panzerringen noch das Feuer loderte. Beide Kämpfer, so kraftvoll sie auch waren, strauchelten von der Wucht des Schusses. Ja, wäre nicht der Tarnmantel gewesen, dann hätten sie da ihr Leben lassen müssen.

(458) Dem tapferen Siegfried schoß das Blut aus dem Mund. Doch sogleich sprang der kraftvolle Mann vor, nahm den Speer, den sie durch seinen Schild hindurch geschossen hatte. Der starke Siegfried warf ihn auf sie zurück.

(459) Er dachte: "Ich will die schöne Jungfrau durch den Schuß nicht verletzen." So drehte er den Speer mit seiner Schneide nach hinten17 und traf mit dem Schaft so heftig auf ihre Rüstung, daß sie von dem Schuß, den er mit mächtiger Hand abgegeben hatte, laut erdröhnte.

(460) Funken sprühten aus den Panzerringen, als ob der Wind sie emporwirbelte; der Sohn Siegmunds warf den Speer mit solcher Macht, daß Brünhild trotz all ihrer Kraft der Wucht des Anpralls nicht standhalten konnte. In der Tat, der König Gunther hätte einen solchen Wurf niemals vollführen können.

(461) Die schöne Brünhild sprang schnell wieder auf: "Gunther, edler Ritter, für diesen Schuß danke ich dir!"18 Sie glaubte nämlich, er selbst hätte so kraftvoll geworfen; doch es war ein weit kräftigerer Held, der sie heimlich zu Fall gebracht hatte.

(462) Zornentbrannt eilte die edle, mutige Jungfrau zum Stein, hob ihn empor, schleuderte ihn mit kraftvoller Hand weithin über das Feld
96 Nibelungenlied

 
dô spranc si nâch dem wurfe; ja erklanc ir allez ir gewant. 
463 Der stein der was gevallen wol zwelf klâfter dan. 463 
den wurf brach mit sprunge diu maget wol getân. 
dar gie der herre Sîfrit dâ der stein gelac; 
Gunther in dô wegete, der helt in wérfénne pflac. 

464 Sîfrit was küene, vil kreftec unde lanc. 464 
den stein den warf er verrer, dar zuo er wîter spranc. 
von sînen schśnen listen er hete kraft genuoc 
daz er mit dem sprunge den künec Gunther doch truoc. 

465 Der sprunc der was ergangen, der stein der was gelegen. 465 
dô sach man ander niemen wan Gunther den degen. 
Prünhilt diu schśne wart in zorne rôt. 
Sîfrit hete geverret des künec Guntheres tôt. 

466 Zuo zir ingesinde ein teil si lûte sprach, 466 
dô si ze ent des ringes den helt gesunden sach: 
"vil balde kumt her nâher, ir mâge unt mîne man! 
ir sult dem künec Gunther alle wesen undertân.

 
Nibelungenlied 97
 

und sprang dann noch hinter dem Wurf her, so daß ihre Rüstung laut erklirrte.

(463) Der Stein war zwölf Klafter weit entfernt zur Erde gefallen, doch die schöne Jungfrau überholte den Wurf noch mit ihrem Sprung. Nun ging Siegfried an die Stelle, an der der Stein lag, Gunther bewegte den Stein, aber es war Siegfried, der Held, der ihn warf.

(464) Siegfried war tapfer, kräftig gebaut und hochgewachsen. Er warf den Stein nicht nur weiter, er übertraf auch noch Brünhilds Sprung. Infolge seiner magischen Künste hatte er überdies noch Kraft, im Sprung den König Gunther mit sich zu tragen.19

(465) Der Sprung war vollführt, der Stein lag nun am Boden. Da sah man niemand anders als Gunther, den Helden. Die schöne Brünhild wurde rot vor Zorn. Siegfried hatte den König Gunther vor dem sicheren Tod bewahrt.

(466) Als sie sah, daß der Held unversehrt am Ende des Ringes stand, da rief sie mit lauter Stimme ihrem Hofgesinde zu: "Ihr Verwandten und Gefolgsleute, kommt sogleich herbei! Ihr sollt jetzt alle König Gunther untertan sein."

 

Siegfried goes to the land where his treasure is stored and after a struggle with the dwarfs who guard it—a struggle he could have avoided had he disclosed his identity—he returns with a large entourage to accompany Brünhild to the land of the Burgundians. He rides on ahead to announce the arrival of Gunther and Brünhild and is well received by Kriemhild.
 
 



[ Go to next section ]